Donaukulturmagazin Ausgabe Juni 2026

Foto: friedensstupa Ein Platz des Friedens Buddhas Prophezeiung und der Friedens-Stupa in Grafenwörth Vor etwa 2500 Jahren empfahl Buddha Shakyamuni, in schwierigen Zeiten Stupas zu errichten. Dieser Anregung folgte der koreanische Mönch Bop Jon Sunim Tenzin Tharchin. Als Friedenssymbol nach buddhistischer Überlieferung bringt er jenen, die ihn sehen, im Uhrzeigersinn umrunden oder in seiner Nähe meditieren, positive Wirkungen. Der Ort steht allen Menschen offen – unabhängig von Konfession oder Weltanschauung –, die dort Ruhe und Besinnung suchen möchten. Jedes Element des Bauwerks trägt symbolische Bedeutung: Die Sonne an der Spitze steht für die leuchtende Kraft des Mitgefühls, der Mond für die Überwindung von Leid und die Krone für den Zustand der Erleuchtung. Die Geschichte des Grafenwörther Stupas 1993 weihte Seine Heiligkeit der 14. Dalai Lama einen 30 Meter hohen und 24 Meter breiten Friedens-Stupa in Zalaszántó, Ungarn, ein. Der Erbauer Sunim dankte dort den zahlreichen Anwesenden. Die feierliche Zeremonie, die Begeisterung der ungarischen Bevölkerung und die Atmosphäre von Liebe und Mitgefühl beeindruckten viele Teilnehmer nachhaltig. Kurz darauf baten österreichische StupaFreunde Sunim, auch in Österreich einen solchen Stupa zu errichten. Er nahm die Anregung auf. Über mehrere Jahre suchte das Stupa-Institut geeignete Standorte. Als durch einen Zeitungsbericht bekannt wurde, dass in Grafenwörth ein Stupa geplant war, nahmen Sunim und der Vorstand des Instituts sofort Kontakt mit dem amtierenden Bürgermeister Alfred Riedl auf. Nach einem persönlichen Gespräch entschied Sunim, den Stupa genau dort zu bauen. Seine Heiligkeit der Dalai Lama, der den Plan bereits gesegnet hatte, übergab Sunim fünf Reliquien von Buddha Shakyamuni für den Innenraum. Weitere Reliquien stammen von Buddha Kashyapa (überreicht von Garchen Rinpoche) sowie vom thailändischen König Bhumibol. S. H. Drikung Kyabgon Chetsang spendete eine in Goldschrift verfasste Faksimilekopie des Tibetischen Drachen-Sutras. Die Koreanerin Kim Sun Hwa überließ dem Projekt die vollständige Sammlung des koreanischen buddhistischen Kanons. Der Stupa wurde mit hohem Engagement und der Unterstützung vieler Helferinnen und Helfer aus regionalen Naturmaterialien errichtet. Wir danken allen, die – spontan, geplant oder über lange Zeit – zum Gelingen dieses buddhistischen Denkmals für Frieden, Wahrheit und Weisheit beigetragen haben. Die Namen der beteiligten Firmen finden Sie auf dieser Website www.friedensstupa.at. Foto: privat Künstliche Höhlen aus alter Zeit Erdställe sind unterirdische Gänge, die nördlich der Donau besonders oft zu finden sind Vor langer Zeit veröffentlichte Pfarrer Lambert Karner 1903 ein mit Lichtbildern versehenes Buch über diese unterirdischen Gänge. Er erforschte in Niederösterreich etwa 250 (von ursprünglich viel mehr) dieser Bauten. Die Besitzer sprachen oft nicht gern darüber, als ob es entweder ein Hausgeheimnis oder etwas Unheimliches wäre. Diese Gänge haben ursprünglich immer nur einen Eingang und stellen nie eine Verbindung zum Nachbarhaus her. Sie sind meistens als sich in die Tiefe windender Gang ausgeführt, viele haben Kammern oder auch einen Rundgang. Sie sind höchstens gebückt zu begehen und so eng, dass man kaum aneinander vorbeikommt. Manche besitzen Verschlussvorrichtungen oder auch bewusst stehengelassene Engstellen. Ihre Gesamtlänge übersteigt selten 40m. In Österreich und Deutschland gibt/gab es sicher über 1000 solcher Gänge, fast alle nördlich der Donau. Bisher unbekannte Erdställe werden auch heute noch bei Bauarbeiten oder Straßeneinbrüchen entdeckt. Viele werden dabei leider zerstört. Es gibt verschiedene Theorien über ihre ursprüngliche Funktion, aber keinerlei Beweise für die eine oder andere Interpretation. Aus späteren Zeiten ist mitunter eine Benutzung als Kriegsversteck dokumentiert. Bei manchen Erdställen wurde der Eingangsteil in neuerer Zeit zu einem Wein- oder Erdäpfelkeller aufgeweitet und dann gewölbt. Die Erdställe hingegen sind fast immer nur ohne Ausmauerung in den Löss, Lehm oder Flins (verwitterter Gneis) hineingearbeitet. Kontakt für Interessierte: Otto Cichocki 0664/4719599 otto_zicho@hotmail.com DONAUKULTURMAGAZIN 2/26 12

RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxNjc=