KRAMER WERKHALLE ERÖFFNET IN ZÖFING

Ein neuer Kulturort für zeitgenössische Kunst am Auberg — über 200 Gäste beim Eröffnungsabend

© courtesy of Kramer und Kramer. Fotografien: katsey.org

Zöfing, 28. Mai 2026 — Es war ein Nachmittag, der zeigte, was möglich ist, wenn ein Ort wirklich zu sich selbst gefunden hat. Über 200 geladene Gäste kamen am 28. Mai 2026 nach Zöfing bei Tulln, um die Eröffnung der Kramer Werkhalle zu erleben — Niederösterreichs neuen Kulturort für zeitgenössische Kunst, eingebettet in den gewachsenen Kontext von Kramer und Kramer am Auberg.

Der Sommernachmittag hielt, was er versprochen hatte: warmes Licht, die Natur des Aubergs in voller Präsenz, und eine Stimmung, die sich schwer in Kategorien fassen lässt — irgendwo zwischen Ausstellungseröffnung, Familientreffen und dem stillen Gefühl, bei etwas Bedeutsamem dabei zu sein.

Der Ort als Programm

Der Eingang setzte den ersten Ton: skulpturale Gefäße von Domani flankierten die Schwelle mit ruhiger Präsenz, die farbenprächtigen Außenmöbel und Textilien von Paola Lenti markierten den Übergang von der Landschaft in den Innenraum — als wäre das Draußen noch nicht ganz zu Ende, bevor das Drinnen beginnt.

Die Werkhalle selbst — eine behutsam revitalisierte Produktionshalle, ursprünglich vom Großvater der Familie erbaut — empfing die Gäste mit der Kraft der ersten Ausstellung: Hermann Nitsch — Walküre, realisiert in Kooperation mit der Nitsch Foundation. Die großformatigen Boden- und Wandschüttbilder, entstanden 2021 im Zusammenhang mit den Bayreuther Festspielen, füllten den Raum mit einer Intensität, die keine Erklärung brauchte. Töne, die zu Farben geworden waren. Farben, die wieder zu Tönen wurden.

Begrüßt wurden die Gäste von Rita Nitsch, der Witwe Hermann Nitschs, die im Namen der Nitsch Foundation sprach und die Verbindung zwischen dem Werk ihres Mannes und diesem ungewöhnlichen neuen Ort in Worte fasste — einem Ort, der nicht Museum ist und nicht Galerie, sondern etwas Eigenständiges: ein Rahmen für Kunst im Zusammenhang.

Worte, die bleiben

Den emotionalen Mittelpunkt des Nachmittags bildete die Rede von Edith Kramer. Was sie sagte, hatte die Qualität von Dingen, die lange in sich getragen werden, bevor sie ausgesprochen werden — ihre Worte galten ihrem Mann Bernhard, der als Leuchturm immer wieder neue Ideen wachsen lässt, allen, die diesen Ort mit ihrer Zeit und ihrem Einsatz möglich gemacht haben, und den Gästen für ihr zahlreiches Erscheinen, das für viele mit einer langen Anreise verbunden war. Bernhard Kramer trug den Dank weiter — zunächst an seine Eltern, die den Nährboden bereitet haben, aus dem ein Ort wie dieser erst entstehen kann, dann an seinen Cousin und Geschäftspartner Joachim Hirzi, mit dem er das Unternehmen in dritter Generation führt, und an Stefan Hinterhölzl, Leitung des Planungsbüros und eine der tragenden Schlüsselpersonen im Haus, für alles, was im Hintergrund getragen wird. Ohne Pathos — und genau deshalb mit Gewicht. Der Saal war erfüllt von Wohlwollen und dem stillen Wissen, dass hier etwas Besonderes entstanden ist. Ein Generationenwerk.

Der Auberg als Erweiterung

Nach dem offiziellen Programm öffnete sich der frühe Sommerabend in die Landschaft. Ausgedehnte Rundgänge führten die Gäste durch die angrenzende Natur des Aubergs — vorbei an den Baumbeständen des Garden of uniqueTrees®, durch Übergänge, die zeigten, was die Vision des Aubergs meint: kein fertiges Konzept, sondern ein Weg. Hochkultur in der Natur, verbunden durch einen Spaziergang.

Toni Mörwald Kulinarik

Kulinarisch verantwortete Toni Mörwald den Abend persönlich — präzise, saisonal, ohne Aufwand um des Aufwands willen. Michelin-Stern, drei Gault-Millau-Hauben, Tourismuspreis des Landes: dass er selbst vor Ort war, sein Team begleitete, die Stimmung las — das war keine Geste. Das war Haltung. Das Servicepersonal unglaublich aufmerksam, kein Glas blieb lange ungefüllt. Und die roten Erdbeeren, in voller Sommersüße, wurden zum unerwarteten Leitmotiv des Nachmittags. Klein, konkret, vollkommen.

Über die Kramer Werkhalle

Die Kramer Werkhalle ist ein Kulturort für zeitgenössische Kunst in Zöfing, Niederösterreich — getragen vom Verein für Kunst und Gartenkultur und eingebettet in den Kontext von Kramer und Kramer. Die Werkhalle zeigt halbjährlich wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler und versteht sich als Teil eines größeren Zusammenhangs: eines Ortes, an dem Kunst, Architektur und Landschaft in Beziehung treten.

Die aktuelle Ausstellung Hermann Nitsch — Walküre ist bis Oktober 2026 zu den regulären Öffnungszeiten zugänglich sowie nach Vereinbarung.

Die Innenraumgestaltung verantwortet Paola Lenti, die Gefäße am Eingang stammen von Domani — beide langjährige Partner von Kramer und Kramer. Das Chromatische Alphabet von Paola Lenti ist weiterhin in der Werkhalle zu besichtigen.

Kramer Werkhalle
Hauptstraße 18, 3441 Zöfing, Niederösterreich
kontakt@kramer-werkhalle.at | +43 660 3208238 | kramer-werkhalle.at