„Blau-gelbes“ Arbeitsmarktprojekt für Langzeitarbeitslose erhält drei Millionen Euro an EU-Fördermittel

InLH Mikl-Leitner / LR Eichtinger: 110 Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose in Betrieben, Gemeinden und Vereinen gesichert

Niederösterreich ist besser durch die Krisenjahre gekommen als andere Regionen. Aktuell liegen die Arbeitslosenzahlen rund neun Prozent unter dem Wert des Vorkrisenniveaus. Im Dezember hatte Niederösterreich sogar die beste Arbeitslosenquote der letzten 20 Jahre. Dennoch gibt es derzeit 10.570 Langzeitarbeitslose im Bundesland, für die es während Corona besonders schwer ist, Arbeit zu finden. Deshalb hat sich das Land Niederösterreich drei Millionen Euro aus dem „REACT-EU“-Topf für das neue Langzeitarbeitslosenprojekt „Job.ReAct“ gesichert. 

„Das Land Niederösterreich hat dieses Projekt entwickelt, um Menschen aus der Langzeitarbeitslosigkeit zu helfen. Speziell richtet sich Job.ReAct an Menschen, die durch die Pandemie langzeitarbeitslos geworden sind oder an jene, die bereits vorher langzeitarbeitslos waren, aber während der vergangenen zwei Jahre keinen Arbeitsplatz finden konnten“, so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und weiter: „110 Plätze stehen heuer zur Verfügung, die überwiegend in Bereichen des nachhaltigen, ökologischen Wirtschaftens angesiedelt sind.“ 

Die EU finanziert erstmals ein Arbeitsmarktprojekt in Niederösterreich zu 100 Prozent. „Die Fördermittel des Europäischen Sozialfonds ermöglichen die Übermittlung von Langzeitarbeitslosen im Rahmen der Arbeitskräfteüberlassung an Unternehmen, Gemeinden, NPOs und Vereine. Der ESF fördert dabei die Lohn- und Lohnnebenkosten, der Betrieb muss bei Vollzeitanstellung lediglich eine Pauschale von 400 Euro bei einer Vollzeitanstellung aufwenden. Durch das Projekt binden wir arbeitslose Menschen wieder in den Arbeitsprozess ein und unterstützen Betriebe bei der Suche von Personal“, so Arbeitsmarkt-Landesrat Martin Eichtinger. Rund 100 Personen befinden sich gerade in Erstgesprächen.

Von links nach rechts: MAG-Geschäftsführer Martin Etlinger, Landesrat Martin Eichtinger, Projektteilnehmer Ulrich Bernhard Küntzel aus Schwarzenau, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
© NLK Pfeiffer 

Ulrich Bernhard Küntzel aus Schwarzenau hatte am 10. Jänner 2022 seinen ersten Arbeitstag bei dem Unternehmen eKUT, das sich auf Energieberatung spezialisiert hat. 2018 verlor Küntzel seinen Arbeitsplatz aufgrund von Personalabbau. „Für mich war Job.ReAct die Chance, nach langer Zeit wieder in einem sinnerfüllenden Job fußzufassen“, erzählt Küntzel. Die Corona-Krise erschwerte die Situation beträchtlich und so rutschte der studierte Biologe und Energieberater in die Langzeitarbeitslosigkeit. „Ich habe mich über viele Jahre in meiner Gemeinde ehrenamtlich engagiert. Das hat mir Kraft gegeben, aber ich wollte unbedingt wieder arbeiten“, schildert der Waldviertler. Nun aber hat sich das Blatt gewendet. In dem blau-gelben Arbeitsmarkt-Projekt „Job.ReAct“ kann er in Waidhofen an der Thaya bis Mitte des Jahres seine wertvolle Erfahrung im Energiebereich einbringen. „Ich freue mich, dass mir dieses Jobprojekt ermöglicht, mein Wissen weiterzugeben und in der Branche zu arbeiten, die mich so viele Jahre meines Lebens begleitet hat. Die Beratung und Unterstützung der MAG hat mir dabei sehr geholfen, wieder Hoffnung zu schöpfen und eine neue Herausforderung anzupacken“, so Küntzel.

Für den Zeitraum ab Beauftragung bis 31. Dezember 2022 stehen derzeit 110 Plätze befristet zur Verfügung. „Während der Projektteilnahme erhalten alle Personen sozialpädagogische Unterstützung sowie Vermittlungsunterstützung. Entweder werden sie vom Betrieb nach der Projektteilnahme übernommen, ansonsten bemüht sich die MAG um eine intensive Vermittlung auf einen anderen Arbeitsplatz“, so MAG-Geschäftsführer Martin Etlinger. Die MAG übernimmt die Personalsuche, die Anstellung, sowie die komplette Abwicklung des Projektes. Die Zubuchung an die MAG erfolgt durch das AMS NÖ.