Agnes und Karlheinz Essl schenken der Stadtgemeinde Klosterneuburg 107 Werke aus ihrer privaten Kunstsammlung

Agnes und Karlheinz Essl schenken der Stadtgemeinde Klosterneuburg 107 Werke von 12 Künstlerinnen und Künstlern aus ihrer privaten Kunstsammlung. Die Schenkungsurkunde wurde heute, am 01. Dezember offiziell vom Sammlerpaar Essl und von Bürgermeister Schmuckenschlager im Rathaus unterzeichnet.

Bei den Werken handelt es sich um frühe Erwerbungen von Agnes und Karlheinz Essl aus den Anfängen ihrer sammlerischen Tätigkeit in den 1960er Jahren. Die Liste der Künstler umfasst Julius Allo, Kurt Ammann, Kurt Audetat, Erhard Amadeus Dier, Hermann Härtel, Franz Heis, Franz Horst, Rudolf Hradil, Friedrich Liska, Sieglinde Mayer-Kum, Otto Riedl und Johannes Wanke. Viele dieser Kunstschaffenden waren frühe Weggefährten für die das Sammlerpaar erste Ausstellungen im kleinen Rahmen organisierte. Alle Werke haben einen Bezug zur Stadt Klosterneuburg, entweder aufgrund der Lebensmittelpunkte der Künstler, oder aufgrund von Themen und Inhalten. Die Schenkung dokumentiert somit einen wesentlichen Aspekt der frühesten Phase der Sammlung Essl – jenen des lokalen künstlerischen Umfeldes des Ehepaares Essl, das seine Sammlungstätigkeit gleichzeitig überregional in einem größeren Rahmen anzulegen begann. 

Bürgermeister Mag. Stefan Schmuckenschlager bedankte sich persönlich ganz herzlich beim Sammlerehepaar: „Die umfassende Schenkung beinhaltet ausgesuchte, bedeutende Klosterneuburger Künstler sowie Motive aus Klosterneuburg, die eine große Bereicherung für die Sammlung der Stadt darstellen. Die tiefe Verbundenheit der Familie Essl zu Klosterneuburg drückt sich in den Bildern und den persönlichen Beziehungen zu namhaften Künstlern unserer Stadt aus. In diesem Sinne werden wir die Werke besonders in Ehren halten.“ Mit den Bildern ist eine Sonderausstellung im Stadtmuseum geplant, zudem werden die Werke aus der Sammlung Essl regelmäßig und wann immer es sich themenmäßig anbietet präsentiert werden.

Bürgermeister Mag. Stefan Schmuckenschlager, Agnes Essl, Prof. Karlheinz Essl; stehend: Stadtamtsdirektor Mag. Michael Duscher und Kulturstadträtin Verena Pöschl © Stadtgemeinde Klosterneuburg_ Zibuschka

Agnes und Karlheinz Essl haben seit Anfang der 1960er Jahre ihren Lebensmittelpunkt in Klosterneuburg. In einem Zeitraum von mehr als 50 Jahren haben sie dort eine der größten Sammlungen zeitgenössischer österreichischer und internationaler Kunst in Europa aufgebaut. Mit dem Schömer-Haus und dem Essl Museum, beide von Architekt Heinz Tesar geplant, haben sie zwei Häuser für die zeitgenössische Kunst errichtet. Im Jahr 2018 schenkten Agnes und Karlheinz Essl einen Großteil ihrer Kunstsammlung der Albertina Wien. Das Essl Museum ist nach wie vor die Heim- und Lagerstätte der Essl Collection, die mittlerweile von der Albertina modern gepflegt, verwaltet und gezeigt wird. 

Prof. Karlheinz Essl über die Schenkung

„Es ist meiner Frau und mir ein großes Anliegen, der Stadtgemeinde Klosterneuburg als Zeichen der Dankbarkeit eine Reihe bedeutender früher Werke aus unserer privaten Kunstsammlung zu schenken. Klosterneuburg war und ist der Dreh- und Angelpunkt der Sammlung Essl, als unser Lebensmittelpunkt seit mehr als 60 Jahren, als  Ort, an dem wir unsere Kunstsammlung sukzessive aufgebaut haben, und als Treffpunkt und Plattform für Begegnungen zwischen Kunstschaffenden und Kunstinteressierten. Unsere Schenkung an die Stadt umfasst 107 Einzelwerke, die entweder von ortsansässigen Künstlern stammen oder einen engen Bezug zu Klosterneuburg haben. Darunter befinden sich Arbeiten von Erhard Amadeus Dier (1893-1969), Franz Horst (1862-1950), Otto Riedel (1906-1991), Julius Allo (1901-1984), Kurt Ammann (1931-2016), Hermann Härtel (geb. 1943) und Friedrich Liska (geb. 1928). 

Erhard Amadeus war einer unserer frühesten Wegbegleiter. Die zwei Werke, Wunderbare Verteidigung von Stift Klosterneuburg gegen die Türken 1683‘, entstanden im Jahre 1964, sowie ,Wachhauer Hochzeit‘ aus dem Jahre 1964 waren Auftragsarbeiten und zählen zu den allerersten Objekten unserer Sammlung. Sie reflektieren historische Themen aus der Region. Für ihre Erarbeitung hat der Künstler umfangreiche Recherchen in den Archiven des Stiftes Klosterneuburg vorgenommen. 

Die gesamte Schenkung ist ein Zeugnis unserer frühen Sammlungstätigkeit, die den ideellen Bezug zu Künstlern und Kultur unserer Heimatstadt dokumentiert. Seit unseren ersten Ausstellungen ist es unser zentrales Anliegen, die von uns gesammelte Kunst den Menschen zugänglich zu machen und zu vermitteln – in Form von Ausstellungen, Leihgaben oder Schenkungen. Mit dieser Schenkung wird es nun möglich, dass diese frühen Werke aus unserer Sammlung in den Archiven und Ausstellungen des Stadtmuseums Klosterneuburg eine würdige Heimstätte finden und der Öffentlichkeit in angemessener Weise zugänglich gemacht werden.“